Hartstoffeinstreuung Schritt-für-Schritt
Hartstoffeinstreuung verwandelt einen normalen Industrieboden in eine verschleißfeste Hochleistungsoberfläche. Wie das technisch abläuft, welche Hartstoffgruppen wann passen — und woran man eine handwerklich saubere Ausführung erkennt.
Das Verfahren in einem Satz
Hartstoffeinstreuung bedeutet: trockenes mineralisches oder metallisches Material wird in den frischen, abgezogenen Beton eingestreut, eingerieben und maschinell mit dem Beton zu einer monolithischen Verschleißschicht verglättet.
Das ist kein Belag und keine Beschichtung — sondern eine integrale Vergütung der oberen 3–5 mm des Bodens.
Hartstoffgruppen nach DIN 1100
Drei Stoffgruppen, drei Anwendungsprofile — Auswahl nach Belastung:
- Gruppe A — natürliche Hartstoffe (Quarz, Basalt). Standard für Logistikhallen mit Gummirad-Staplerverkehr. Wirtschaftlich, langlebig, optisch unauffällig.
- Gruppe KS — Korund / Siliziumcarbid. Höchste Verschleißfestigkeit. Pflicht für Hochregallager mit Schmalgangstaplern, Stahlrollen-Belastung, Werks- und Produktionshallen.
- Gruppe M — metallische Hartstoffe. Für extremste Stoß- und Abriebbelastung: Gusswerke, Schmieden, Stahlbau. Enthält Eisengranulate, oxidiert sichtbar.
Ablauf in 6 Schritten
- Beton einbauen, abziehen, verdichten — Konsistenz F4/F5, präzises Höhennivellement.
- Anziehzeit abwarten — Beton muss tragfähig genug sein, damit Maschinen befahren werden können (Daumendruck-Probe).
- Erste Einstreuung — 60–70 % der Gesamtmenge gleichmäßig auflegen, einreiben mit Schiebebrett.
- Zweite Einstreuung quer — restliche Menge im 90°-Winkel auflegen, gleichmäßige Verteilung.
- Maschinelles Glätten — Flügelglätter mehrfach, je nach Verdichtung und Fortschritt mit Glätt- oder Schleifscheiben. Typische Glättzeit: 4–8 h nach Betoneinbau.
- Nachbehandlung — Curing-Compound, Folienabdeckung oder Wassernachbehandlung für mind. 7 Tage. Ohne sauberes Curing sind alle Vorteile dahin.
Typische Einstreumengen
Die Menge richtet sich nach Belastungsklasse:
- Standard-Lagerhalle (Gruppe A): 3–4 kg/m²
- Schwere Logistik / Produktion (KS): 5–6 kg/m²
- Hochregallager mit Stahlrollen (KS): 6–8 kg/m²
- Schwerstbeanspruchung (M): 8–12 kg/m²
Qualitätsmerkmale
Eine handwerklich saubere Hartstoffeinstreuung erkennen Sie an:
- Gleichmäßige, geschlossene Oberfläche ohne Mörtelnester oder offene Stellen.
- Charakteristischer Hartstoff-Schimmer (KS leicht metallisch, A matt-mineralisch).
- Präzises Ebenheitsmaß auch im Nahbereich (DIN 18202 Tab. 3 Z. 4 oder besser).
- Saubere, dokumentierte Nachbehandlung über volle 7 Tage.
Verschleißklasse nach DIN EN 13813: erreichbar bis A1,5 (Böhme-Verfahren) — das ist die höchste praktische Verschleißklasse für mineralische Estriche.
Frage zu Ihrem Projekt?
Wir beraten Bauherren, Architekten und Planer auch losgelöst von einem konkreten Auftrag.
Beratung anfragen