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Verarbeitung · 7 Min Lesezeit

Hartstoffeinstreuung Schritt-für-Schritt

Hartstoffeinstreuung verwandelt einen normalen Industrieboden in eine verschleißfeste Hochleistungs­oberfläche. Wie das technisch abläuft, welche Hartstoffgruppen wann passen — und woran man eine handwerklich saubere Ausführung erkennt.

Das Verfahren in einem Satz

Hartstoffeinstreuung bedeutet: trockenes mineralisches oder metallisches Material wird in den frischen, abgezogenen Beton eingestreut, eingerieben und maschinell mit dem Beton zu einer monolithischen Verschleißschicht verglättet.

Das ist kein Belag und keine Beschichtung — sondern eine integrale Vergütung der oberen 3–5 mm des Bodens.

Hartstoffgruppen nach DIN 1100

Drei Stoffgruppen, drei Anwendungsprofile — Auswahl nach Belastung:

  • Gruppe A — natürliche Hartstoffe (Quarz, Basalt). Standard für Logistikhallen mit Gummirad-Stapler­verkehr. Wirtschaftlich, langlebig, optisch unauffällig.
  • Gruppe KS — Korund / Siliziumcarbid. Höchste Verschleißfestigkeit. Pflicht für Hochregallager mit Schmalgang­staplern, Stahlrollen-Belastung, Werks- und Produktions­hallen.
  • Gruppe M — metallische Hartstoffe. Für extremste Stoß- und Abriebbelastung: Gusswerke, Schmieden, Stahlbau. Enthält Eisengranulate, oxidiert sichtbar.

Ablauf in 6 Schritten

  1. Beton einbauen, abziehen, verdichten — Konsistenz F4/F5, präzises Höhennivellement.
  2. Anziehzeit abwarten — Beton muss tragfähig genug sein, damit Maschinen befahren werden können (Daumendruck-Probe).
  3. Erste Einstreuung — 60–70 % der Gesamtmenge gleichmäßig auflegen, einreiben mit Schiebebrett.
  4. Zweite Einstreuung quer — restliche Menge im 90°-Winkel auflegen, gleichmäßige Verteilung.
  5. Maschinelles Glätten — Flügelglätter mehrfach, je nach Verdichtung und Fortschritt mit Glätt- oder Schleifscheiben. Typische Glättzeit: 4–8 h nach Betoneinbau.
  6. Nachbehandlung — Curing-Compound, Folienabdeckung oder Wassernach­behandlung für mind. 7 Tage. Ohne sauberes Curing sind alle Vorteile dahin.

Typische Einstreumengen

Die Menge richtet sich nach Belastungsklasse:

  • Standard-Lagerhalle (Gruppe A): 3–4 kg/m²
  • Schwere Logistik / Produktion (KS): 5–6 kg/m²
  • Hochregallager mit Stahlrollen (KS): 6–8 kg/m²
  • Schwerstbeanspruchung (M): 8–12 kg/m²

Qualitätsmerkmale

Eine handwerklich saubere Hartstoffeinstreuung erkennen Sie an:

  • Gleichmäßige, geschlossene Oberfläche ohne Mörtelnester oder offene Stellen.
  • Charakteristischer Hartstoff-Schimmer (KS leicht metallisch, A matt-mineralisch).
  • Präzises Ebenheitsmaß auch im Nahbereich (DIN 18202 Tab. 3 Z. 4 oder besser).
  • Saubere, dokumentierte Nachbehandlung über volle 7 Tage.

Verschleißklasse nach DIN EN 13813: erreichbar bis A1,5 (Böhme-Verfahren) — das ist die höchste praktische Verschleißklasse für mineralische Estriche.

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